Werbung für „Mörderische Reklame“ und die Lesungen

Werbung für „Mörderische Reklame“ und die Lesungen

Lektoratsrunde, Erkältung, Lektoratsrunde, verschnupfter Autor, Verleger, Lektorinnen, etc. Doch dann ist „Mörderische Reklame“ doch noch rechtzeitig zur Leipziger Buchmesse aus der Druckerei gekommen. 260 Seiten lang ermittelt Eva Ritter diesmal im Taunus, in Frankfurt und in der Werberszene. Und wie bewirbt man so einen Krimi heutzutage. Vermutlich mit eimem Selfie vor meiner (so arbeite ich wirklich) Wand im Büro.

Die ersten Lesungstermine stehen auch schon: Am 1.4. in der Kronberger Bücherstube und am 4.4 im 7.Himmel im Eschborn-Niederhöchstadt. Details dazu in Kürze.  „Mörderische Reklame“ ist ab sofort im Buchhandel erhältlich.

Zum Buch: Am Tatort im Frankfurter Messeviertel deutet alles auf einen Raubüberfall hin. Für die Polizei scheint der Fall schnell klar. Doch wer ist der Unbekannte, der nun im Krankenhaus im Koma liegt? Ex-Kommissarin Eva Ritter verfolgt eine andere Fährte und gerät schnell in ein Labyrinth zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Schein und Sein im Taunus. Während sie angesichts ihrer seltenen Muskelerkrankung Zuflucht bei alternativen Heilmethoden sucht, meldet sich auch ihre eigene Vergangenheit schmerzhaft zurück. Damit nicht genug. Plötzlich gerät Eva Ritter selbst in Gefahr und muss sich den trügerischen Schwindeleien der Werbewelt stellen. Beinahe zu spät wird ihr klar: Der Täter wird versuchen, sein Werk zu vollenden.

Zwischen zwei Krimis: Fachbuch Online-Marketing für den Mittelstand

Zwischen zwei Krimis: Fachbuch Online-Marketing für den Mittelstand

onlinemarketing erfolgeEs ist schon ein wenig her, da befragt mich („Sie kennen sich da doch aus …“) erst mein Buchhändler zu Facebook, dann wenig später („Sie machen doch das was mit Internet …“) mein Metzger zu Google.  Da gab es wohl Bedarf an Beratung zu Content-Marketing, Crossmedia, SEO und so. Das fand auch der Buchverlag im Deutscher Fachverlag, in dem ich als Journalist meine Brötchen und das  Geld fürs Katzenfutter verdiene. Nur wie erklär ich die bunte Welt des Online-Marketings meinen Käseverkäufer, meinem Gardinenlädchen? Möglichst einfach. Weiterlesen

Im neuen Blog-Wohnzimmer

Im neuen Blog-Wohnzimmer

olaf blogBei der Leipziger Autorenrunde auf der Leipziger Buchmesse, wunderbar organisiert von Leander Wattig, habe ich in einem Vortrag über Social Media noch dazu geraten, auch ein eigenes Blog zu nutzen. Um zusätzliche Inhalte zu kreieren, um Inhalte zu sichern, die sonst nach Stunden und Tagen in den Tiefen von Facebook und Co nahezu hoffnungslos verloren gehen und um von hier aus Inhalte zentral verteilen zu können.

Nun hab ich dafür zuweilen immer auch noch ein Blog bei dem Dienst Posterous genutzt. Der macht nun dicht. Wo also hin mit alten und neuen Inhalten? Eine neue Blog-Domain starten? Aber warum eigentlich?

Schließlich ist da noch meine Domain  kolbrueck.de. Die war bislang kaum mehr als eine Landingpage für meinen Krimi „Keine feine Gesellschaft“. Sie lässt sich ausbauen. Das muss sogar sein. Im Frühjahr 2014 erscheint Krimi No.2, vorher wird es noch ein Fachbuch zum Online-Marketing von mir geben. Und Blog-Beiträge soll es demnächst auch wieder vermehrt geben. Werkstattberichte aus der Schriftstellerstube und so. Als das gab das alte Template nicht her.

Bervor auch bei mir da der Trend zur Dritt – und Viert-Domain geht, entschied ich mich für ein „Best of all worlds“, sammle  nun die Projekte hier mit einem Portfolio-Template, das sich charmanterweise auch gut zum Bloggen eignet. Hier kann ich dann auch zuweilen die eine oder andere Zeile im Geiste von off-the-record loswerden, die sonst bei Posterous gelandet wäre oder in irgendeinem Edgerank bei Facebook untergangen wäre

Es geht eben nichts über ein geräumiges eigenes digitale Wohnzimmer. Setzt euch, nehmt nen Keks. Ich rück noch ein paar Stühle zurecht und dann koch ich Kaffee und ein paar Texte.

2014: Neue Post aus der Zukunft

Im Irgendwo, im März

Liebe Großvater, hier im Valley habe ich mich schon gut eingelebt. Nur viele Kleinigkeiten sind noch etwas ungewohnt. Habe ich dir schon von meiner Appartment-Tür erzählt, die den Freunden im Netzwerk automatisch meldet, wenn ich das Haus verlasse?

Das scheint hier Standard zu sein. Meine Kommilitonen haben mich jedenfalls entgeistert angesehen, als ich sie fragte, wie man das abstellen kann. Sie taten beinahe, als wollte ich etwas verbergen. Die meisten meiner Freunde haben in ihrer Wohnungstür sogar eine dieser Instamatic-Cams eingebaut. Sie macht ein Foto von dir, bevor Du die Wohnung verlässt und postet es automatisch auf deine Pinnwand bei Facebook. So kann dich jeder auf den Campus leichter an deiner Kleidung erkennen.

Dafür ist der Sony-Kühlschrank eine Wucht. Er wäre so richtig was für Oma mit ihren dauernden Diäten. Er ist mit meinen Facebook-Account und meinen Google-Kalender vernetzt und empfiehlt mir auf Basis meiner Aktivitäten am Vortag und meines kommenden Stundenplans ein kalorien-optimiertes Frühstück und eine Einkaufsliste für den Tag. Das Modell ist aber wohl etwas unsicher. Vor ein paar Tagen hatte sich eine anonyme Gruppe in das Campus-weite Kühlschrank-System gehackt und alle Kühlschränke empfahlen ihren Nutzern nur noch Rohkost. Brrr.

Mein Apparat wird sowieso etwas belächelt. Der neueste Schrei hier sind Geräte mit denen man seine Produkte und Marken im Kühlschrank direkt seinen Freunden im Netzwerk mitteilen kann. Meine Nachbarin sagt, das würde sich lohnen. Pro Empfehlung erhält sie drei Facebook-Credits. Sie finanziert auf diese Weise die Hälfte ihrer Wochenend-Einkäufe bei Amazon.

Womit wir beim ledigen Thema wären. Ich würde am Wochenende gerne zu euch raus aufs Land gekommen. Aber die ganze Herumfahrerei hat mich trotz Tweet-Hiking, so nennt man es hier, wenn man mit Hilfe von Twitter oder Foursquare per Anhalter fährt, jede Menge gekostet. Deshalb ist mein Co2-Konto jetzt völlig überzogen. Wink mit dem Zaunpfahl: Kannst du mir 50 Emissionszertifikate überweisen? Dann komme ich am Samstag.

Deine F.

PS. Wie fährt es sich mit den neuen Apps, die Du dir fürs Armaturenbrett im Auto heruntergeladen hast?

……

Im Irgendwo, im April

Lieber Großvater,

was für eine aufregende Woche. Erst die Meldung Lady Gaga (eine berühmte Sängerin so wie Nana Mouskouri, nur anders) sei ein Alien von Symbian 4. Falschmeldung. Dann die Enthüllung. Sie ist eine Fleischereifachverkäuferin aus Winterhude. Puh.

Bir mir gings in Sachen Identität ähnlich verquer zu.

So fing es an: Die Polizisten auf dem Campus tragen jetzt diese neuartigen Kontaktlinsen, mit denen sie direkt deinen realen und digitalen Status scannen können.

Wie das geht? Du kennst doch die Gesichtserkennung von Facebook. Sie nutzen die.
(Ja, Großvater, sie dürfen.) Die Kontaktlinse scannt dein Gesicht, liefert dem Auge dann prompt alle Informationen über dich bei Facebook, Freunde und so, gleicht das mit deinem sonstigen Status (polizeiliches Führungszeugnis, Schufa, etc) ab, und wenn du nicht gerade deine Mahnungen fürs Falschparken nicht bezahlt hast, kümmert sich niemand um dich.

So. Mich haben sie aber gleich hops genommen.

Warum? Sie konnten mich nicht erkennen. Ich hatte immer noch meine automatische Gesichtserkennung deaktiviert.
Du hattest es mir damals im Dorf empfohlen und ich hatte das völlig vergessen.
Jedenfalls ist die Gesichtserkennung Pflicht, wenn man hier auf dem Campus rumlaufen will.

Dumm nur, dass ich mich gleichzeitig auch nicht ausweisen konnte.
Ich hatte mir zwei Tage vorher das iPhone F2 geholt und meinen DNA-Scan noch nicht auf das neue Gerät übertragen. Eigentlich sollte die Synchronisierung ja automatisch über die Cloud klappen. Aber seitdem iTunes mit der Cloud in Facebook integriert ist, klappt nix mehr auf Anhieb.

Jedenfalls ohne DNA-Scan konnte ich nicht nicht ausweisen. Den Scan konnte ich aber auch nicht beischaffen, weil sie erst mal das Handy beschlagnahmt hatten.

Da hockte ich also. Immerhin konnte ich eine Freundin anrufen. Über Festnetz.
(Die war ganz verwirrt, dass sie mich nicht dabei sehen konnte. Dachte ich wäre besoffen und hätete die Facetime abgestellt.)
Also, der nannte ich alle nötigen Passworte, (hoffentlich hat die nicht alle Mails gelesen, ich bin sicher sie hat), Gesichtserkennung aktiviert, Cloud-Inhalte synchronisiert, und dann konnte ich mich endlich kurz vor Mitternacht über den National Analytic Zensus Inquirer identifizieren.

Gehen konnte ich trotzdem erst am nächsten Morgen. Ich musste 350 Tacken Gebühr zahlen. Und Facebook Credits akzeptieren die hier nicht. Auch nicht digital. Dabei wird es dann ja umgerechnet. Typisch Behörde. Ich habe aber kein anderes Konto. Die wollen hier nur Bargeld. Bargeld!
Ich musste also warten, bis die einzige Bank auf dem Campus am Morgen aufmachte und meine Freundin dahin schicken, Bargeld abzuheben.

Du verstehst das nicht so ganz und fragst dich vermutlich, warum ich kein Geld aus dem Automaten geholt habe?
Weil es hier keine mehr gibt. Kein Mensch rund um den Campus nutzt noch Bargeld. Du schiebst es einfach von deinem Smartphone auf irgendeine Scannerkasse.
Wenn du Trinkgeld geben willst, schnippst du das auf den Poken des Kellners. Ganz einfach. Bargeld ist der beste Weg um jemanden vom platten Land zu identifizieren. Ich habe dein Geldgeschenk zur Ankunft hier damals auch als erstes in Facebook Credits umgetauscht. Sie haben für so Leute wie mich sogar einen mobilen Exchange in der Cafeteria eingerichtet.

So, und jetzt stelle ich ein paar meiner Virtual Goods aus Empires & Allies und Fliplife bei Ebay zum Verkauf rein. Ich muss das Loch in der Kasse wieder ausgleichen.

Deine F.

PS. Der Segway muss nächste Woche zur Inspektion. Ich hoffe, es geht alles glatt. *kräftigmitdemZaunpfahlwink*